| Geschichte |
Der Noriker ist ein autochthones, mittelschweres Gebirgskaltblutpferd. Das Zuchtgebiet umfasst die Gebirgslagen der österreichischen und deutschen Alpen. Außer für landwirtschaftliche Arbeiten spielte es ab dem Mittelalter eine wichtige Rolle im Saumwesen. Norische Pferde dienten in erster Linie dazu die Nord-Südbarriere der Alpen zu überbrücken. Die Bedeutung in der Landwirtschaft setzte erst mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert ein. Durch diesen ursprünglichen Verwendungszweck entwickelte sich ein langrechteckiges, tief gelagertes und trittsicheres Kaltblutpferd – eine Anpassung an das Alpenterrain. Sehr früh in der Rassengeschichte des Norikers spielten barocke Pferde eine große Rolle. Mit der Gründung des Gestüts Rief 1565 begann die Phase der Veredelung durch Neapolitanische Hen gste, welche ihren Einfluß bis 1806 auf das Noriker Pferd ausübten. Bis heute ist dieser Einfluß im Exterieur sichtbar: Ramsköpfe kombiniert mit geschwungenen Oberlinien und üppigen Langhaar sind häufig bei Rappen oder Mohr enköpfen anzutreffen. Die eben genannten Mohrenköpfe (Blauschimmel mit schwarzem Kopf) beziehen ihre Bezeichnung direkt aus dem italienischen Barockzeitalter „testa di moro“. Am augenscheinlichsten ist der barocke Einfluss bei den Fellfarben sichtbar. Neben Mohrenköpfen hat sich die Tigerzeichnung bis in die moderne Zeit erhalten, im Gegensatz zu anderen europäischen Pferderassen. Ab 1903 wurde diese Rasse in einem Zuchtbuch geführt und somit in Reinzucht bis heute erhalten. In unserer Zeit sind nahezu alle Kaltblutrassen Europas vom Aussterben bedroht. Gerade das Noriker Pferd konnte aufgrund seiner Eignung in den extensiven Bergweiden ein Überleben finden. Noriker Pferde sind dort zu finden wo moderne landwirtschaftliche Nutztiere wenig Chancen haben: Hochalmen und in Sumpf- oder Überschwemmungsgebieten. Die Aufzuchtsbedingungen haben sich im Laufe der Jahrhunderte nicht geändert. Jährliche Alpung ist heute noch selbstverständlich und Garant für wichtige Konstitutionsmerkmale und ausgeglichenen Charakter. All diese Eigenschaften prädestinieren den Noriker zum Freizeitpferd. Jahrhunderte lange Selektion auf einen gutmütigen Charakter mit Sinn für eigenständiges Arbeiten schufen das ausgeglichene Temperament dieser Rasse. Diese Eigenschaften verbunden mit einem außergewöhnlich gutem Schritt und einem gut sitzbaren Trab machen das Noriker Pferd zu einem sicheren Freizeitpartner für alle Sparten der Freizeitreiterei. Mit speziellen Fellfarben und einer klassischen Ausbildung kombiniert sind Noriker oft die Schauattraktion diverser Pferdeveranstaltungen. |
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| Zuchtziel |

Der Noriker ist ein mittelschweres, breites Gebirgskaltblutpferd mit tiefer Schwerpunktlage, guter Trittsicherheit und gutem Gleichgewichtssinn. Die Größe soll zwischen 156 und 163 cm liegen. Der Kopf soll trocken, typvoll und von herbem Kaltblut Adel sein. Der Hals ist kräftig, mittellang und gut bemuskelt. Die Vorhand ist schräg, mit genügend Brustbreite und –tiefe ausgestattet. Die Mittelhand soll lang und tief, die Kruppe breit und deutlich gespalten sein. Besonderes Augenmerk wird auf ein kräftiges, trockenes und mit gut ausgeprägten Gelenken ausgestattetes Fundament gelegt. Die Röhrbeinstärke soll bei Stuten zwischen 22 und 25cm liegen. Großer Beliebtheit erfreut sich der Noriker aufgrund seiner Farbenvielfalt. Neben den Grundfarben Braune, Rappen und Füchse gibt es Tiger, Plattenschecken, Blauschimmel, Mohrenköpfe (Blauschimmel mit schwarzem Kopf), Braun- und Rotschimmel. Schimmel kommen nicht vor.
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| Verwendung |
Der Noriker wird zum Reiten und Fahren genauso verwendet wie zum Beispiel als Paradepferd bei verschiedenen Festumzügen und bei den winterlichen Trabrennen. Auch erlebt das traditionelle Arbeiten mit dem Pferd eine Renaissance wie die zahlreichen Holzrücke Wettbewerbe zeigen. Besonders geschätzt werden seine ausgezeichnete Konstitution, Langlebigkeit, Trittsicherheit, hohe Leistungsbereitschaft, sein hervorragender Charakter und sein ausgeglichenes Temperament. Österreich ist mit 4.200 eingetragenen Zuchtstuten und ungefähr 180 Hengsten das größte geschlossene Norikerzuchtgebiet Europas |
| c Dr. Thomas Druml |
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